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Noch mal was zu den Produktionsorten

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Dieses Thema lässt mich noch nicht in Ruhe. Ich habe ja vor einiger Zeit schon mal geschrieben, wo viele unserer Produkte hergestellt werden.
Und mal wieder dazu gebracht, getroffene Sortimensentscheidungen nochmals zu überdenken. Unsere Ausrichtung klarer darzustellen, warum wir was wählen, woher wir die Sachen beziehen und wie die Unternehmen dazu stehen.

 Viele Produktionsstandorte vor allem in Asien, aber auch in anderen Ländern  sind ein Problem.
Es gibt zwei Seiten, wie immer:
  • die dortigen Arbeitsplätze können auch in diesen Ländern zu einer Steigerung des gesamten Lohnniveus und damit einer Erhöhung des Lebensstandard führen. Positiv
  • Andererseits sind viele Fabriken in diesen Ländern in einem so desolaten Zustand und die Arbeiter erhalten dermassen wenig Geld und Sozialleistung, das es schon an Ausbeutung grenzt bzw. Ausbeutung ist. Negativ
  • Umweltschutzbedingungen die in Europa oder USA oder Australien Standard wären, werden dort oft annähernd nicht eingehalten. Negativ.
  • Die Nachfage von biologisch erzeugten Produkte wächst weltweit und gerade China ist so mit der größte Lieferant an biologisch erzeugten landwirtschaftlichen Produkten (schauen Sie mal wo Leinsamen, Sonnenblumenkerne, etc. herkommen). Positiv
  • Die biologisch erzeugten Produkte sorgen für einen größeren Umweltschutz - damit profitiert auch die restliche Bevölkerung - Positiv.
  • Der weite Weg von Übersee nach Deutschland ist unter ökologisches Gesichtspunkten auch nicht gerade gesund - Negativ.
Fazit: wir werden in Zukunft unser Sortiment dahingehend gestalten, das wir bevorzugt Waren aus Deutschland, Europa und erst wenn es gar nicht geht aus Übersee beziehen werden.
Bei vielen Produkten haben wir die Auswahl zwischen verschiedenen Herstellern die an unterschiedlichen Standorten produzieren lassen.
Pocketwindeln z. B. werden mittlerweile hauptsächlich im großen Stil in China hergestellt: das wären FuzziBunz, bumGenius, GroBaby, DreamEze, etc.
Es ist schon paradox: für FuzziBunz z. B ist die Kette folgendermassen: Produktion in China, Verschiffung in die USA, Verschiffung (je nach Menge per Seefracht, meist aber per Luftfracht) nach Europa, dort zu den einzelnen Händlern, dann zu Ihnen nach Hause.
Ja, was soll ich dazu noch sagen?

Es gibt aber auch sehr gute Pocketwindeln aus Europa wie die TotsBots (wird auch in Europa an verschiedenen Standorten produziert) oder die Sweet Lili (aus Frankreich). Ich halte beides für sehr gute Windeln - da werden wir eben die Auswahl einschränken.
Und wenn wir keine Auswahl haben bzw. nicht sehen können das wir ein qualitativ gleichwertig gutes Produkt aus der Nähe haben können - dann erst werden wir auf Übersee zurückgreifen. Und dort dann aber auch schauen, dass wir nach Möglichkeit soziale Projekte unterstützen, Produkte bekommen die unter den sogenannten "fair trade" Bedingungen hergestellt werden.

Was sagen Sie dazu?


Keine Bange - das wird kein trauriger Beitrag.
Aber letztes Wochenende war ich bei einer Stillberaterinnen-Fortbildung. Und zum ersten Mal war ich für 2 Nächte von meinen Kindern getrennt.
Das mein Mann nicht mit dabei war - das kenne ich ja schon. Er ist ja beruflich manchmal unterwegs.
Aber meine Kinder - die sind doch sonst immer da.
Und viele andere Stillberaterinnen-Kolleginnen hatte eben ihre Kinder mit dabei - und da liefen dann so kleine Mädchen im Kleidchen rum und so coole Schuljungs halfen bei der Tombola und bildeten eine kleine Bande.

Vor ca. 4 Jahren war ich mal eine Nacht weg und es war auch nur eine Strecke von ca. 1,5 Stunden Autofahrt.
Diesmal waren es ca. 3,5 Stunden und eben gleich 2 Nächte.

Also, so schön das ja auch ist mal komplett unabhängig zu agieren, nur für sich das Essen besorgen müssen,nicht noch 1000 Augen und Arme vermissen um die Rasselbande im Griff zu halten - am Sonntag mittag habe ICH es NICHT mehr ausgehalten. Das Mittagessen habe ich sein lassen, so kam ich eine Stunde vorher weg.

Ach was war das schön mal so begeistert begrüsst zu werden!!!
Und wieder alle komplett da zu haben.



Ja, welches Windelmaterial ist denn jetzt besser? In punkto Herstellung und Kompostierbarkeit, in Punkto Verträglichkeit und Handhabung und Pflege?

Kann ich ein Fazit ziehen? Kann ich eine eindeutige Empfehlung abgeben?

Nein - kann ich nicht.

Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Sei es in der Handhabung, sei es in der Verträglichkeit. Sei es im Anbau oder der Herstellung, sei es in der Wiederverwertbarkeit.

Ich denke: jede Familie muss überdenken was sie braucht. Womit sie zurechtkommt. Was das Kind verträgt. Was für die gesamte Familie Sinn macht.

Windeln weiterzugeben - das macht Sinn.

Es der "externen" Kinderbetreuung wie Kita leichter zu machen, indem ich supereinfachanzulegende Pocket- oder AIO-Windeln dem Kind mitgebe - macht Sinn.

Es ist nicht notwendig jeden Modetrend mitzumachen.
Es ist nicht notwendig jede Windel in jeder Farbe zu haben oder jedes Sondermodel zu kaufen.

Eine gesunde Mischung - die macht es aus.

Und daher - machen alle Stoffwindeln, egal welcher Art - mehr Sinn als jede Wegwerfwindel. Denn die benötigen sehr viel an Aufwand für die Herstellung, den Weitertransport bis zum Endkunden, der Entsorgung.

Und in diesem Sinne: viel Spaß in der weiten, großen Welt der Stoffwindeln


Und jetzt noch zu den Stoffen / Windeln die einen "natürlichen" Ursprung haben (also eigentlich hat ja Polyester auch einen natürlichen Ursprung, denn Erdöl ist ja auch natürlich. Waren ja auch mal alles Bäume und Pflanzen auch wenn das schon eine kleine Weile her ist).

Ich meine jetzt Viskosestoffe.
Vor ca. 2 Jahren wurden Bambusstoffe besonders auch in der "Windelszene" sehr populär. Das Garn ist weich, leicht glänzend, saugfähig. Beworben wurde (wird) Bambus mit "atmungsaktiv, antibakteriel, wundheilend" etc. Was nicht ganz richtig ist und was in Deutschland dann auch richtig gestellt wurde. Die Industrievereinigung Chemiefaser e. V.  hat diverse Analysen durchgeführt und mittlerweile gibt es auch eindeutige Anweisungen das Textilien aus Bambus als Viskose aus Bambuszellfasern zu kennzeichnen sind.

Was wahrscheinlich nicht unerheblich dazu beigetragen hat: dieses Garn aus Bambus wird hauptsächlich in China hergestellt. Die Garnspulen werden dann oft z. B. nach Europa verschifft und dann wird dort der Stoff gewebt,gewirkt.

Aber egal wo das Garn hergestellt wird - auf jeden Fall hat das Endprodukt nichts mehr mit dem Bambus an sich zu tun.

Viskose wird im allgemeinen aus Pflanzenteilen hergestellt. Aus Holzresten, aus Bambus, aus Fichte, aus xy. Sie werden zerkleinert und mittels chemischen Stoffen (u. A. Schwefelkohlenstoff) zu einem zähen Brei verarbeitet. Diese zähe Masse wird durch winzigste Spinndüsen geschossen und es entsteht ein dünner Faden. Bei dem chemischen Prozess fallen natürlich auch noch Abfallprodukte an, die nicht unerheblich sind und auch irgendwie umweltfreundlich entsorgt werden sollten. Aber wissen wir,wie das in China oder Indien passiert?

ABER: der absolute Vorteil von Bambus ist nun mal der Anbau. Bambus benötigt sehr wenig an Düngern und Pestiziden. Bambus wächst in asiatischen Ländern quasi wie Unkraut. Bambus wird auch nicht in den Wäldern einfach so abgeholzt, die Pandabären müssen deswegen nicht verhungern. Es gibt große Plantagen und der Bambus wächst einfach schnell und schnell und schnell. In Asien wird Bambus seit Jahrhunderten einfach universell eingesetzt und gilt in vielen Bereichen aufgrund seiner unproblematischen Anbauweise einfach als nachwachsender Rohstoff der Zukunft.
Hier übrigens noch ein  Link zur Herstellung von Bambustextilien.


In Europa wird Tencel hergestellt und auch dies ist eine Viskose, die vom Hersteller und den weiterverarbeitenden Produzenten als umweltfreundlichere Alternative zu der Bambusviskose angeboten.

Relativ neu auf dem Markt sind Stoffe aus Sojabohnen oder Milcheiweiß.
Abfallverwertung einerseits, aber andererseits: es sind auch Lebensmittel. Sollten wir wirklich Lebensmittel für Textilien verwenden? Müssten wir Überschüsse nicht besser verteilen?
Und welche Art von Soja wird verwendet? Genmanipuliertes Soja? Biologisch korrektes Soja?
Wie sind die entsprechenden Nebenprodukte? Wie werden die entsorgt?
Wie hoch ist der Energieaufwand zu Herstellung von Viskosenstoffen?
Ich hatte mal interessantes Gespräch mit der FH in Reutlingen und der zuständige Professor war schon der Ansicht, dass in Zukunft noch sehr viel mehr an neuen Kunstfasern sich entwickeln wird, als wir im Moment denken.

Der Vorteil von Viskosenstoffe ist übrigens: Viskose kann relativ viel auch an Nässe aufsaugen. Deswegen haben einige namhafte Hersteller auch Saugkerne in ihren Windeln sehr oft mit Viskose bestückt. Die Windeln können so weniger dick geschnitten werden.

Als letzten Teil der Serien dann der Versuch eines Fazits. Siehe morgen dann.
... das versteh ich überhaupt nicht!

Also, heute war ich mit meiner kleinen Tochter direkt nach dem Kindergarten noch schnell, schnell was einkaufen. Dabei habe ich natürlich den nächsten Supermarkt gewählt und der ist sonst nicht einer unserer sonst frequentierten Läden.

Und dort hat die kleine Maus sich im Kühlregal für sich und ihren Bruder jeweils einen Becher "Rote Grütze" mit Sahne geschnappt.
Klingt ja erstmal lecker - aber es sah schon seeeeehr verdächtig aus. Ein Blick auf die Zutatenliste: keine Früchte! Das einzige was an Frucht erinnert war die Zutat Apfelmark.
Aha.
Es sah eher so aus wie trüber roter Wackelpudding und darauf künstliche Sprühsahne.

Natürlich hätte ich das ganze gleich wieder zurückstellen können. Aber ich habe zumindest bei meinem Sohn die Erfahrung gemacht, das sehr oft bei solchen Artikeln ein oder zwei Bissen reichen - und dann haben wir keine weiteren Diskussionen darüber. Es ist also echtes learning by eating.

Mein Sohn beäugte dann diesen Becher schon ganz misstrauisch - und verzichtete darauf.
Sehen Sie - er hat schon was gelernt.

Leidder hat meine den ganzen Becher leer gegessen - hm, hat nicht funktioniert.

Aber trotzdem wird es DIESE SORTE ROTE GRÜTZE NIE WIEDER IN DIESEM HAUSHALT GEBEN!
Denn dieser undefinierbare Masse schmeckte so was von grausselig - bäääääääähhhhhhhhh.

Und ich frage mich wirklich: wieso darf sich sowas Rote Grütze nennen und das noch nicht mal in Anführungszeichen? Nur weil es blassrosa aussieht und irgendwie geleeartig ist???

Verstehe ich nicht.

Und heute zu den nachwachsenden Rohstoffen die in Windeln verwendet werden:

Es gibt Windeln aus Baumwolle und Hanf, Überhosen aus Wolle.

Erstmal zur Wolle:
Wolle ist atmungsaktiv, wärmend und kühlend (also temperaturausgleichen) und - lachen Sie ruhig - auch für die Seele beruhigend. Gehen Sie mal zu Wollschmiede in Holzweiler und lassen Sie die pflanzengefärbten Wollballen auf sich wirken. Stecken Sie mal tief ihre Nase in neue Wolldecken oder frisch gekurte Wollüberhosen. Das riecht nach Schaf. Schafe begleiten uns Menschen seite Jahrtausenden. Wahrscheinlich ist es schon fast genetisch in unseren Genen verankert, das Wolle beruhigt. Nicht umsonst wird z. B. Filzen in velen Therapien unterstützend eingesetzt.

Andererseits: Wollüberhosen werden nicht von allen Kindern vertragen. Wolle kommt vom Schaf. Und wie werden diese Schafe gehalten? In einer biologischen Tierhaltung oder nicht? Erleiden die Schafe das Mulessing oder nicht? Stehen Schafe nicht auch unter dem Generalverdacht die Klimabilanz negativ zu verändern?

An pflanzlichen Fasern im Windelbereich gibt es Baumwolle und Hanf:

Baumwolle ist in vielen Windeln zu finden und wird auch sehr oft vertragen. D. h. die  Kinderhaut verträgt es sehr oft mal für kurze Zeit nass vom eigenen Urin zu sein.  Baumwollstoffe lassen sich auskochen, sind weich, lassen sich bleichen und färben und mit anderen Fasern mischen.

ABER: Baumwolle wird immer noch zum größten Teil konventionell produziert. Der Anteil der biologisch erzeugten Baumwolle wächste von Jahr zu Jahr, aber immer noch ist Baumwolle einfach die Pflanze die weltweit den größten Anteil am Verbrauch von Düngern und Pestiziden hat. Vom Wasserverbrauch mal ganz zu schweigen. Baumwolle wächst in warmen Regionen, dort ist zumeist Wasser Mangelware, das wird aber für Baumwolle dringend benötigt.

Hanf ist eine Alternative die ein Revival in den letzten Jahren erlebt. Meist werden Hanffasern mit Baumwollfasern gemischt, dadurch wird der Stoff weicher und anschmiegsamer. Hanf quillt bei Feuchtigkeit auf und kann die Nässe nur langsam aufnehmen. Der Baumwollanteil sorgt auch für eine schnellere Aufnahme des Pipis.
Hanf ist relativ unkompliziert im Anbau, benötigt wenig Dünger, kaum Pestizide. Allerdings sind die meisten Anbauflächen in China - wieder ein kritisches Thema.
Hanf aus Europa kommt meist aus Rumänien, der gilt als qualitativ hochwertiger, aber die Anbauflächen sind dort im Grunde genommen noch zu klein und die entsprechenden Hanfmühlen ebenfalls.
Hanf ist etwas komplizierter in der Pflege: er sollte möglichst nicht mit Pulverwaschmitteln gewaschen werden, da sich winzigste Teile in den Hohlfasern festsetzen und aufquellen können. Dadurch wird die Fasern zerstört, der Hanf wird brüchig, der Stoff geht kaputt  Vielen ist das nicht bewusst und sie wundern sich,warum der Hanfstoff so hart wird. Warhscheinlich passiert dies auch in Gegenden mit hartem Wasser.
Hanf ist aufgrund des geringeren Anbauvolumens auch teuerer als Baumwolle.

Baumwolle und Hanf benötigen auch beide meist etwas länger zum trocknen als die Mikrofaserwindeln. Für manche Kunden problematisch, da es bei Ihnen aus dem einen oder anderen Grund gerade in der kalten Jahreszeit Probleme mit dem Wäschtrocknen geben kann.

Sie sehen - auch die nachwachsenden Textilfasern sind nicht unproblematisch. Sowohl in de Pflege als auch in der Herstellung.

Und dann gibt es noch einen Teil, nämlich die Kunstfasern die aus natürlichen Rohstoffen wie Pflanzen oder Eiweiß hergestellt werden. Siehe Teil 3.
Diese Fragen werden doch recht häufig gestellt: Welches Material ist besser? Ist es nicht widersinig ein Kind mit Kunstfasern zu wickeln, dann kann ichja gleich Wegwerfwindeln nehmen?

Keine leichte Frage - keine kurze Antwort.

Die Vorteile von Windeln aus Kunstfasern: sie sind pflegeleicht, sie sind einfach anzulegen, sie sind aufgrund der vielen angebotenen Mustern und Stoffe einfach "stylish". Machen was her.
UND: sehr oft sind sie einfach für viele Babys besser verträglich als Naturfasern.
Ein Mikrofaserfleece leitet z. B. das Pipi an die darunter liegende Saugeinlage weiter. Die Babyhaut liegt trockener und quillt weniger auf. Manche Babys reagieren zumindest zeitweise (Zahnung, Krankheit) empfindlich auf nasse Windeln und es es gibt sogar welche die damit enorme Probleme haben. Weltweit bekannte Windeln wie z. B. FuzziBunz, Bumwear, Swaddlebees - sind aus diesen Gründen erfunden worden. Viele Kinder vertragen keine Wolle und können daher keine Wollüberhosen nutzen - für diese Kinder sind ebenfalls die Mikrofaserhöschen von Vorteil
Die Nachteile: dieses trockenhalten der Haut vertragen andererseits viele Kinder auch nicht. Es gibt mittlerweile auch viele Menschen die auf Kunstfasern allergisch reagieren. Windeln aus Kunstfasern sind biologisch schwer abbaubar. Die Beschichtung aus Polyurethan soll angeblich kombostierbar sein - aber diese Beschichtung ist maximal 1-2 mm dünn, der Rest besteht aus Polyestergewebe. Und das ist aus Erdöl und ich habe ehrlich keine Ahnung wie lange es dauert, bis Polyesterfasern abgebaut sind. Wahrscheinlich lange.
Ausserdem werden wertvolle Rohstoffe benötigt, die Verarbeitung könnte nicht unproblematisch sein bezüglich Engerieaufwand, Abfall, etc. 
Und - es gibt noch keine Langzeitstudien die die Unbedenklichkeit oder aber Bedenklichkeit von Kunstfasertextilien großflächig beurteilen können. Werden Schadstoffe über die Haut in den menschlichen Organismus abgegeben oder nicht? Wir wissen es (noch) nicht.

Hm, nicht leicht. Und jetzt zu den nachwachsenden Rohstoffen:

Es gibt Windeln aus Baumwolle und Hanf, Überhosen aus Wolle.

Wie schon erwähnt: Wollüberhosen werden nicht von allen Kindern vertragen. Wolle kommt vom Schaf. Wie werden diese Schafe gehalten? In einer biologischen Tierhaltung oder nicht? Erleiden die Schafe das Mulessing oder nicht? Stehen Schafe nicht auch unter dem Generalverdacht die Klimabilanz negativ zu verändern?

Baumwolle ist in vielen Windeln zu finden und wird auch sehr oft vertragen. D. h. die  Kinderhaut verträgt es sehr oft mal für kurze Zeit nass vom eigenen Urin zu sein.  Baumwollstoffe lassen sich auskochen, sind weich, lassen sich bleichen und färben und mit anderen Fasern mischen.
ABER: Baumwolle wird immer noch zum größten Teil konventionell produziert. Der Anteil der biologisch erzeugten Baumwolle wächste von Jahr zu Jahr, aber immer noch ist Baumwolle einfach die Pflanze die weltweit den größten Anteil am Verbrauch von Düngern und Pestiziden hat. Vom Wasserverbrauch mal ganz zu schweigen. Baumwolle wächst in warmen Regionen, dort ist zumeist Wasser Mangelware, das wird aber für Baumwolle dringend benötigt.

Hanf ist eine Alternative die ein Revival in den letzten Jahren erlebt. Meist werden Hanffasern mit Baumwollfasern gemischt, dadurch wird der Stoff weicher und anschmiegsamer. Hanf quillt bei Feuchtigkeit auf und kann die Nässe nur langsam aufnehmen. Der Baumwollanteil sorgt auch für eine schnellere Aufnahme des Pipis.
Hanf ist relativ unkompliziert im Anbau, benötigt wenig Dünger, kaum Pestizide. Allerdings sind die meisten Anbauflächen in China - wieder ein kritisches Thema.
Hanf aus Europa kommt meist aus Rumänien, der gilt als qualitativ hochwertiger, aber die Anbauflächen sind dort im Grunde genommen noch zu klein und die entsprechenden Hanfmühlen ebenfalls.
Hanf ist etwas komplizierter in der Pflege: er sollte möglichst nicht mit Pulverwaschmitteln gewaschen werden, da sich winzigste Teile in den Hohlfasern festsetzen und aufquellen können. Dadurch wird die Fasern zerstört, der Hanf wird brüchig, der Stoff geht kaputt  Vielen ist das nicht bewusst und sie wundern sich,warum der Hanfstoff so hart wird. Warhscheinlich passiert dies auch in Gegenden mit hartem Wasser.
Hanf ist aufgrund des geringeren Anbauvolumens auch teuerer als Baumwolle.


Viele fragen sich: wo werden die Stoffwindeln produziert? Gibt es überhaupt noch deutsche Hersteller? Gibt es noch andere Windeln als bunte Mikrofaserwindeln?
Ja - gibt es.
Auch wenn man in so manchem Diskussionsforum den Eindruck bekommen kann, dass die Zeit der einfachen Baumwollwindeln vorbei sei.

Ist es aber nicht. Und heute morgen habe ich mal gedanklich durchgezählt, wer meines Wissens nach in Deutschland produziert. Das wären:

disana - Strickwindeln (Bindewindeln),Höschenwindlen, Mullwindeln, Moltonwindeln, Wollüberhosen, Mikrofaserhöschen. Alles IVN zertifiziert, es kann sein dass eventuell etwas dazu gekauft wurde.

Engel Natur: Höschenwindeln, Strickwindeln, Wollüberhosen,Mullwindeln

Storchenkinder: anatomisch geformte Bindewindeln mit eingenähter Saugeinlage, Schlüpfis, Wollüberhosen, Wollebi Trainerhosen, Einlagen

Bendel Windeln: mitwachsende Höschenwindeln aus Baumwolle

Lotties: diverse Windelhöschen (allerdings bin ich persönlich kein Lotties-Freund, aber das kann man ja unterschiedlich sehen)

Aus dem benachbarten europäischen Raum kommen:
hu-da aus Österreich. tolle Wollschlupfhosen, Überhosen aus PUL, Fleece, Bio-Baumwoll Windel die mitwächst, vieles stellt Frau Geiger noch in Handarbeit her, einiges konnte sie mittlerweile in ein tolles Frauenprojekt in der CZ machen lassen.

Popolini aus Österreich: lässt viel innerhalb der EU produzieren, aber auch in vieles in Pakistan oder ganz woanders. Auch hier viel aus Baumwolle, viel Mull, Höschenwindeln,

TotsBots aus UK: einige Windeln kommen immer noch aus Schottland, andere aus Europa (mal Portugal, mal Türkei). Mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf Viskose aus Bambuszellfasern. Es gibt sowohl Höschen- als auch Pocket-/AIO Windeln.

Bambinex der Hersteller Cazitex sitzt in Belgien, da werden wohl Stoffe gewebt, dann wird einiges in Türkei und oder Portugal gemacht, anderes in Belgien. Hauptsächlich Bambusviskose und Mikfrofaser-Höschenwindeln.

Debbies nappies: werden von einer Frau in England genäht.

Sweet Lili kommt aus Frankreich, wird dort auch produziert.

Mother-Ease kommt komplett aus Kanada, das Unternehmen hat sich dem Umweltschutz ganz groß verschrieben, bezieht grünen Strom, ist in Kanada wohl mehr als einmal als sehr engagiertes Unternehmen ausgezeichnet worden. Viel Baumwolle, auch aus kbA BW, etwas Bambusviskose.

Imse Vimse: kommt aus Schweden, lässt mittlerweile vieles in Estland produzieren. Zum allergrößten Teil Bio-Baumwolle.

Wolwikkel / Lenya: hat eine sehr engagierte deutsche Eigentümerin, die Produktion läuft aber aus historischen Gründen vor allem in Japan. Nur Bio-Baumwolle und hochwertige Schurwolle sowie eine hochwertige Mikrofaser-Überhose.

Fuzzi Bunz: Hersteller sitzt in USA, die Produktion wurde für die OneSize Windel nach China verlagert. Die Nachfrage war so groß, dass es wohl notwendig wurde.

Babykicks: Produktion in China, Hersteller an sich in den USA, Produktentwicklung aber zum größten Teil in Deutschland. Hanf-Windlen, Einlagen aus Hanf.

Babyidea: Produktentwicklung und Vertrieb in Finnland, viele Produkte werden in einem sozialen Projekt in China hergestellt. Bio-Baumwolle, Hanf, Bambus, hochwertige Merinowollhosen.

Dream Eze: Produktentwicklung und Vertrieb aus USA, Produktion in China. Bunte PUL-Windlen mit Bio-Baumwolle

MamaBless: ganz interessant, Frances Sun ist Chinesin, ihr Mann Deutscher, sie leben mit ihrer Tochter in England und die Windeln werden in China in einem kleinen Betrieb produziert.

Die Liste lässt sich natürlich noch beliebig verlängern, aber ich muss jetzt das Abendbrot fertigmachen.

Ist auch wichtig.
Damit sie das


Herz.jpg


ihren Mamas machen können!

Mein Sohn hat zwar überhaupt keine Luste im Moment zuhause das kleine a zu üben (das m letzte Woche war ok) - aber ich finde er macht es schon gut!

Kind & Jugend in Köln

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Nein, kein sozialkritischer Bericht über die Situation der Kinder und Jugendlichen Köln. Kann ich auch nicht viel zu sagen.
Nein, die Kind&Jugend ist eine der wichtigsten (die wichtigste???) Messer für den Fachhandel für den Bereich der Kinder Ausstattung. Und zwar wirklich von A wie Autositz bis Z wie Zwillingswagen, es gibt Hygieneartikel wie Stoffwindeln (klar, deswegen war ich ja da), die erwähnten Sitze und natürlich jede Menge Kinderwagen, Schwangerschaftsbekleidung, Kinderbekleidung, Stofftiere, pädagogsch mehr und weniger wertvolles Spielzeug, Geschirr n Plastik und Porzellan, Bettwäsche in poppig oder elegant, Kindermöbel in praktischer und unpraktischer aber enorm ästhetischer Ausführung, Flaschen, Stillkissen, Bettchen, Babytragen bei denen sich eigentlich jeder vernünftige Mensch fragen sollte: würde ich als Erwachsener in so einer Position sitzen wollen? - aber auch Babytragen die ganz hervorragend für Babies geeigent sind - und so weiter und so weiter.
Besonders beeindruckt haben mich übrigens auch die Kinderwagen, die zwar irrsinnig breit waren und eine echt vernünftige Federung zu haben scheinen - aber die sind wohl auch eher Deko als praktisch. Denn ich weiß nicht, in welchen Kleinwagen die passen sollen. Vielleicht sind die ja auch nur dafür gedacht, dass die Nanny damit mal auf der Promenande promeniert???

Aber egal, ich habe ja keine Wagen und keine Prinzessinnenbetten im Programm.

Ich hatte sehr interessante Gespräche mit Imse Vimse aus Schweden, mit Itti Biti aus Australien, mit MamaBlesss aus UK, mit TotsBots aus UK , mit Wickelkinder (Manduca) aus Deutschland und noch mit en paar anderen.

Und was mir auffällt:noch vor einigen Jahren bin ich relativ ziellos über die Messe gelaufen und hätte dort gut und gerne 2-3 Tage gebraucht um mir nur Sachen anzusehen. Und jetzt: jetzt picke ich mir wirklich gezielt erstmal meine Lieferanten / Wunschlieferanten heraus und führe auch wirklich nette und gute Gespräche und erst dann schlendere ich so über die Messe und schau, was es noch geben könnte.

Aber jetzt bin ich platt, meine Füße liegen jetzt auf dem Sofa und muss mich erstmal etwas erholen.

Gute Nacht,

Frau Platt

Apfelzeit in Meckenheim

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Gestern hatte der Demeter-Obsthof von Lothar Krämer sein alljährliches Hoffest. Von einem kleinen Fest ist es mittlerweile zu einer großen Veranstaltung angewachsen und 2 Tage lang dauert. Viele Kunden kommen von weit her, fahren zum Teil 80-90 km um mit dabei zu sein.

Lothar Krämer ist ein langjähriger Freund meines Mannes, also ist es für meinen Mann selbstverständlich (und auch für andere aus dem Freundeskreis) alljährlich beim Fest mitzuhelfen. Sei es als Aufsicht bei der Strohburg

Strohburg.jpgoder bei den Traktorfahrten in die Apfelplantage. Oder beim Bratkartoffelbraten, Suppe ausschenken oder oder oder.
Traditionellerweiser beaufsichtigt der Meckenheimer Pfadfinder-Stamm Swabidua das Stockbrot-Backen der Kinder

stockbrot.jpg

Und als liebende Mutter habe ich natürlich auch nach kurzer Zeit schon den Stock über die Glut gehaltne und mich dabei von den urigen Düften des Lagerfeuers umwehen lassen (hust).

Naja -danach sind wir dann mit dem Traktor ebenfalls in die Plantagen gefahren um dort Bio-Äpfel selber zu pflücken. Und das ist toll! Ein frisch gespflückter Apfel schmeckt ganz anders als einer der schon länger als einen Tag im Laden liegt.
Und überhaupt - wir haben SEHR gute Äpfel in Meckenheim. Egal ob von den Demeter-Höfen Krämer oder Bois, auch von den anderen Obstbauern. Wenn wir woanders sind, haben wir meist das Problem, das uns die anderen Äpfel dort nicht schmecken. Die sind meist so fade und oft auch völlig geschmacksneutral.

So, hier haben wir geerntet - leider sind unsere Lieblingssorten Pilot und Pinova noch nicht reif - aber egal: es gibt endlich wieder frische, knackige Äpfel! In diesem Falle Gala, Elstar und  Luise.

apfel-01.jpgapfelkorb.jpg
Und für alle die aus der Meckenheimer / Bonner Gegen kommen: der bio-kraemer hat diverse Obst-/Gemüsekisten die er zu Ihnen nach Hause bringt.

Wieder was genäht: Mützen

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Die letzten Tage war es morgens schon frisch und vorgestern kehrte mein Sohn am frühen Morgen nochmals um und wollte sich eine Mütze holen. War keine da, sondern nur die Kappe, aber die lässt ja die Ohren frei.

Ich wollte mir dann den freien Schnitt der Jerseymütze von Farbenmix vornehmen, allerdings habe ich die so gar nicht verstanden. Zum Glück gibt es in der Nähabteilung des Rabeneltern-Forums (wie - Sie kennen NICHT www.rabeneltern.org???) sehr nette Frauen. Und eine hat doch glatt mal eben mitsamt Kind auf dem Arm eine Fotoanleitung gemacht. DANKE SANDRA!

Und so sind heute zwei Jerseymützen aus Ooga Booga Stoff entstanden :)) Noch nicht ganz perfekt, aber dafür habe ich den Stoff zweilagig genommen und die Mützen könnten auch gewendet werden.
Also, wer die Fotoanleitung sehen möchte, der klicke mal hier.

ooga_mützen.jpgGute Nacht!
Von der Mama die ihre Kinder so sehr liebt, dass sie gleich beim ersten Abfall von 20°Grad auf 10°Grad ne Mütze näht :))

Fliwatüt - die Fortsetzung

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Also auf die können wir uns jetzt schon freuen: die Fortsetzung plant nämlich mein Sohn, die notwendigen Requisiten plus Darsteller werden gerade mit Unmengen von Packband gebaut (kennen Sie eigentlich einen Schulanfänger mit eigenem Paketabroller? Ich schon). Und das Drehbuch hat er quasi schon im Kopf, im Moment sind der Eisbrecher plus Robi fertig, das Flliwatüt auch, Tobi fast und das Iglu schon mal begonnen. Das ganze wird dann entweder nur fotografiert und die Bilder dann hintereinander geklebt oder aber dann doch gefilmt.

Hier schon mal ein Preview:

eisbrecher.jpg

robbi.jpg

Und ich staune über die Zielstrebigkeit meines Sohnes, der sich das alles ganz alleine ausdenkt und dann auch umsetzt!