Die wenigsten meiner Leser werden diesen Kibbutz kennen - aber es war für mich der erste Kibbutz in dem ich als Volontär (damals, vor vielen Jahren, Ende der 80er Jahre) gewesen bin.
Und heute morgen lese ich in der Zeitung, dass der Kibbutz Beit Oren fast komplett abgebrannt ist.
Das erschüttert mich. Ich habe keinen Kontakt mehr dahin, aber die Zeiten in Israel waren für mich sehr wichtig und ich denke es ist immer schlimmer eine schlechte Nachricht zu hören, wenn man zu diesem Ort oder den Personen eine besondere, persönliche Beziehung hat.
Der Blick von Beit Oren war wunderschön: der Kibbutz ist auf dem Carmel Gebirge, man kann von einigen Stellen den Berg hinabblicken und sieht dann unten in der Ferne das Mittelmeer. Der Carmel ist mit Pinienbäumen bewachsen und der Geruch hat sich tief in meiner Erinnerung verankert. Ich glaube, daher habe ich mich auch gleich auf unserem Lieblingscampingplatz in Bormes-Les-Mimosas so wohlgefühlt. Meerblick, Hang und Pinien.
Meine erste Reise nach Israel war etwas abenteuerlich: mein erster Flug, das erste Mal allein im Ausland. Ich hatte keinen Rucksack, sondern einen Koffer. Allerdings war es kein Rollkoffer sondern ein grüner Koffer aus Kunstleder mit Tragegriff. Ich hatte auch keinen Schlafsack. Naja, wir sind halt mit der Familie entweder mit Wohnwagen verreist oder im Hotel gewesen. Und in beiden Fällen braucht man nicht wirklich einen guten Tragerucksack und leichten Schlafsack.
Meine Englischkenntnisse beschränkten sich auf das normale Schulenglisch. Zumal ich dann auch seit einem Jahr kein Englisch mehr hatte, denn ich habe mich für den französisch Leistungskurs entschieden und Englisch sein lassen. Den Kontakt habe ich damals über die Vereinigte Kibbutzbewegung in Frankfurt gehabt, wohl bemerkt - die Briefe sind damals alle noch per Hand geschrieben worden. Nix mit Mails und PC. Ich bekam eine Adresse vom Vermittlungsbüro in Tel Aviv, konnte eine Versicherung abschließen und mit meinem Papa buchte ich dann einen Flug in unserem örtlichen Reisebüro.
In Tel Aviv kam ich am Abend an, es war schon dunkel. Im Flugzeug konnte ich herausfinden, dass zwei andere junge Frauen auch in die Jugendherberge wollten und ging denen einfach hinterher, zum Bus, zur Herberge.Ich habe dann auch zum ersten Mal allein in einer Jugendherberge übernachtet.
Ach ja, bezahlt habe ich mit Traveller Schecks - kennt die noch jemand der jünger ist als 30 Jahre???
Am nächsten Morgen machte ich mich dann mit dem Bus auf den Weg zum Vermittlungsbüro. Immer mit meinem großen, grünen Koffer in der Hand. Natürlich bin ich am falschen Ende der Straße ausgestiegen (ich weiß nicht mehr genau den Namen) und musste dann den langen Weg laufen. Bei Hitze - im August.
Im Büro schickte man mich dann nach Beit Oren. Das hieß dann wieder einen langen Busweg. Also mit meinem Koffer zum Busbahnhof nach Tel Aviv, mit dem Schnellbus nach Haifa, dort dann mit dem Bus nach Beit Oren.
Und dann kam ich dort an. Es wusste zwar niemand das ich dort erwartet werden sollte, konnte aber trotzdem bleiben. Es waren bei meiner Ankunft nur 2 oder 3 andere Volontäre da, es kamen dann noch ein paar nach.
Mein Zimmer musste ich erstmal reinigen - das bestand darin in einen Eimer Wasser Schmierseife und Chlor zu vermischen, das ganze auf dem Steinfußboden auszuschütten, mit einem Schrubber drüberzugehen und das ganze Wasser dann rauszuwischen. Danach war es gut. Allerdings haben wir dann (wie gesagt es kamen noch ein paar andere) dann noch in den nächsten Tagen den Waschraum und den Kühlschrank (unvergessen die stinkige verfaulte Kartoffel hinter dem Kühlschrank) gründlich gereinigt.
Es folgte eine tolle, spannende Zeit, ein paar Ausflüge nach Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und die Folge waren: ein paar gestochene Ohrlöcher und der feste Vorsatz nächstes Jahr wiederzukommen.
Und das habe ich dann auch gemacht und blieb dann gleich für länger.
So war das damals.
Viele Grüße und Shalom
SB
Und heute morgen lese ich in der Zeitung, dass der Kibbutz Beit Oren fast komplett abgebrannt ist.
Das erschüttert mich. Ich habe keinen Kontakt mehr dahin, aber die Zeiten in Israel waren für mich sehr wichtig und ich denke es ist immer schlimmer eine schlechte Nachricht zu hören, wenn man zu diesem Ort oder den Personen eine besondere, persönliche Beziehung hat.
Der Blick von Beit Oren war wunderschön: der Kibbutz ist auf dem Carmel Gebirge, man kann von einigen Stellen den Berg hinabblicken und sieht dann unten in der Ferne das Mittelmeer. Der Carmel ist mit Pinienbäumen bewachsen und der Geruch hat sich tief in meiner Erinnerung verankert. Ich glaube, daher habe ich mich auch gleich auf unserem Lieblingscampingplatz in Bormes-Les-Mimosas so wohlgefühlt. Meerblick, Hang und Pinien.
Meine erste Reise nach Israel war etwas abenteuerlich: mein erster Flug, das erste Mal allein im Ausland. Ich hatte keinen Rucksack, sondern einen Koffer. Allerdings war es kein Rollkoffer sondern ein grüner Koffer aus Kunstleder mit Tragegriff. Ich hatte auch keinen Schlafsack. Naja, wir sind halt mit der Familie entweder mit Wohnwagen verreist oder im Hotel gewesen. Und in beiden Fällen braucht man nicht wirklich einen guten Tragerucksack und leichten Schlafsack.
Meine Englischkenntnisse beschränkten sich auf das normale Schulenglisch. Zumal ich dann auch seit einem Jahr kein Englisch mehr hatte, denn ich habe mich für den französisch Leistungskurs entschieden und Englisch sein lassen. Den Kontakt habe ich damals über die Vereinigte Kibbutzbewegung in Frankfurt gehabt, wohl bemerkt - die Briefe sind damals alle noch per Hand geschrieben worden. Nix mit Mails und PC. Ich bekam eine Adresse vom Vermittlungsbüro in Tel Aviv, konnte eine Versicherung abschließen und mit meinem Papa buchte ich dann einen Flug in unserem örtlichen Reisebüro.
In Tel Aviv kam ich am Abend an, es war schon dunkel. Im Flugzeug konnte ich herausfinden, dass zwei andere junge Frauen auch in die Jugendherberge wollten und ging denen einfach hinterher, zum Bus, zur Herberge.Ich habe dann auch zum ersten Mal allein in einer Jugendherberge übernachtet.
Ach ja, bezahlt habe ich mit Traveller Schecks - kennt die noch jemand der jünger ist als 30 Jahre???
Am nächsten Morgen machte ich mich dann mit dem Bus auf den Weg zum Vermittlungsbüro. Immer mit meinem großen, grünen Koffer in der Hand. Natürlich bin ich am falschen Ende der Straße ausgestiegen (ich weiß nicht mehr genau den Namen) und musste dann den langen Weg laufen. Bei Hitze - im August.
Im Büro schickte man mich dann nach Beit Oren. Das hieß dann wieder einen langen Busweg. Also mit meinem Koffer zum Busbahnhof nach Tel Aviv, mit dem Schnellbus nach Haifa, dort dann mit dem Bus nach Beit Oren.
Und dann kam ich dort an. Es wusste zwar niemand das ich dort erwartet werden sollte, konnte aber trotzdem bleiben. Es waren bei meiner Ankunft nur 2 oder 3 andere Volontäre da, es kamen dann noch ein paar nach.
Mein Zimmer musste ich erstmal reinigen - das bestand darin in einen Eimer Wasser Schmierseife und Chlor zu vermischen, das ganze auf dem Steinfußboden auszuschütten, mit einem Schrubber drüberzugehen und das ganze Wasser dann rauszuwischen. Danach war es gut. Allerdings haben wir dann (wie gesagt es kamen noch ein paar andere) dann noch in den nächsten Tagen den Waschraum und den Kühlschrank (unvergessen die stinkige verfaulte Kartoffel hinter dem Kühlschrank) gründlich gereinigt.
Es folgte eine tolle, spannende Zeit, ein paar Ausflüge nach Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und die Folge waren: ein paar gestochene Ohrlöcher und der feste Vorsatz nächstes Jahr wiederzukommen.
Und das habe ich dann auch gemacht und blieb dann gleich für länger.
So war das damals.
Viele Grüße und Shalom
SB