Brot backen ist gar nicht so schwer. Und es ist dafür weder ein Brotbackautomat notwendig, noch die Fertigbackmischungen.
Es gibt auch mittlerweile so viele Infoseiten und Foren in denen über das Selber-Brotbacken diskutiert wird - das gab es so vor über 10 Jahren noch nicht.
Die ersten Brotbackversuche habe ich anhand eines Vollwertkochbuchs gemacht das wir zur Hochzeit geschenkt bekamen. Naja, ein reines Vollkornbrot zu backen das auch noch schmackhaft ist und nicht hart wie ein Stein - gut, das ist nicht so einfach. Denn da gibt es ein paar Dinge zu beachten.Ich konnte dann hier an der VHS eine Brotbackkurs besuchen - und danach wurde es schon viel besser.
Aber wie gesagt, in den diversen Foren wird das mittlerweile sehr gut erklärt. Besonders gerne habe ich im
Brotbackforum von Chefkoch.de gelesen. Dort gibt es ganz viel Rezepte und auch leidenschaftliche Hobbybäcker die fantastische Brote / Brötchen backen und jede Menge Hilfestellungen leisten.
Und aus diesem Forum kam dann auch der Gründer des Forums
der-sauerteig.de. Ich lese dort kaum, kurz nach der Gründung war das ein absolutes "Sauerteig-ja- Hefe-igitt" Forum. Das ist mir persönlich dann doch zu einseitig geworden. Einige Backwaren schmecken mit Hefe meiner Familie und mir dann doch besser (und erfordern auch oftmals weniger an Vorausplanung). Erst kürzlich (Dezember 2010) hat der Gründer und Admin des Forums (Pöt) auch ein Buch herausgegeben : Der Sauerteig - das unbekannte Wesen.
(Ich glaube, das sollte ich mir jetzt gleich mal bestellen).
Wenn man natürlich nicht gleich mit einem Vollkornbrot aus reinem Sauerteig anfangen möchte, dann gibt es ein paar ganz einfache und leckere Rezepte.
Gerne backe ich (vor allem wenn es schnell gehen muss) das
Balsamico-Körnerbrot das ich aus dem Kochforum Wunderkessel kenne. Wer keine Mühle hat, der kann auch fertig gemahlenes Vollkornmehl kaufen (oder tauscht es gegen ein anderes Mehl aus, klappt auch).
Gestern kam dann bei einer Sendung von
Quarks&Co das Thema "Brot" dran. Sehr interessant und zum Teil schockierend. Fast 200 Zusatzstoffe darf das Handwerk und die Industrie beim Brotbacken verwenden. Und der größte Teil muss nicht deklariert werden, da viele dieser Hilfstoffe beim fertigen Endprodukt nicht mehr nachweisbar sind und daher nicht deklariert werden müssen. Übrigens müssen nur verpackte Brote wie z. B. aus dem Supermarkt gekennzeichnet werden, lose Brote nicht. Lesen Sie sich mal den gesamten Artikel in Ruhe dort auf der Webseite durch.
Auch erschreckend war die Aussage eines Bäckers, dass viele Bäckereien einen Überschuß von 10-20% TÄGLICH produzieren. Diese Brote werden nur zum kleinsten Teil an Organisationen wie die
Tafeln gegeben. Das meiste wird zu Schweinefutter (gut, immer noch besser als gewisse andere Futtermischungen). Aber das muss man sich mal vorstellen: Fast 1/5 der gesamten Arbeit, Lohn, Miete, Wareneinsatz wird weggegeben! Das ist betriebswirtschaftlich gesehen völliger Schwachsinn! Die moralische Seite mal gar nicht betrachtet.
Es gibt z. B. Supermärkte die von den Backshops erwarten, dass diese bis kurz vor Ladenschluß ein gut gefülltes Sortiment im Regal haben. Und dann - dann muss es weg.
Es gibt mittlerweile ständig neue Brotsorten, neue Brötchenideen - im Grunde genommen sind es also die Verbraucher die an dem unglaublichen Überschuß schuld sind.
Wer sich also mit einer geringeren Auswahl zufrieden gibt und sein Brot noch bei einem traditionell arbeitenden Bäcker bekommen kann - der hilft auch mit diesen Wegschmeiß-Wahn zu bekämpfen.
Oder halt selber backen. Und herauskommen kann dann dieses Brot:

Das Rezept kann ich nicht genau angeben, denn es war so "aus der Lameng" und ungefähr so: 800 g Sauerteig aus 970 Roggenmehl, dann über 500 g Weizen/Dinkelmehl 1050 (gemischt), Salz, einen knappen halben Würfel Hefe (es musste halt mal wieder schneller gehen) und Malzkaffee im Wasser.
Guten Appetit beim nächsten Selberbacken dann!
SB