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Stillen im Katastrophenfall

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Das schreckliche Erdbeben in Haiti liegt jetzt etwas über eine Woche zurück. Es ist unvorstellbar für uns, was dort wirklich passiert ist und wie es dort zur Zeit aktuell vor Ort ist.

Natürlich wird jetzt sehr viel gespendet und auch große Firmen bieten nicht nur Geld- sondern auch Sachspenden an. Und so gut dies zum Teil auch gemeint ist - es gibt Sachspenden die kontraproduktiv sind. Dazu zählt zum Teil künstliche Säuglingsnahrung.

Die beiden großen Stillorganisationen La Leche Liga und die AFS (Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen) bieten auf ihren Webseiten Informationen darüber an, warum es auch in einem solchen Katastrophenfall sinnvoller ist, die Mütter mit Wasser und Nahrung zu versorgen und somit körperlich und auch mental für das Stillen zu stärken, anstatt künstliche Säuglingsnahrung in Großpackungen einzufliegen.
Die Quintessenz ist: es ist aufwendiger und zum Teil auch lebensgefährlich das Pulver zuzubereiten (sauberes Wasser - meist Mangelware / eine Kochmöglichkeit - ebenfalls Mangelware / Säubern der Milchflaschen und Sauger - fast nicht möglich) und sauber an die Kinder zu verfüttern. Die Folge können sehr schnell Durchfallerkrankungen sein, die die Kinder weiter schwächen und in vielen Fällen zum Tod führen. So kann aus einer gut gemeinten Tat schnell genau das Gegenteil erfolgen.
Gestillte Kinder bekommen durch die Mutter nicht nur die ideale Nahrung sondern auch Abwehrstoffe durch die Mutter. Es ist weniger aufwendig und gesünder und preiswerter.

Ich zitiere hier den Eingangssatz auf der AFS Seite zum Thema Stillen im Katastrophenfall:

"Der Gesundheitsminister von Sri Lanka nach dem Tsunami im indischen Ozean 2004:
Obwohl in Sri Lanka der Anteil ausschließlich gestillter Säuglinge sehr hoch ist, kursierte  ein Ammenmärchen: Frauen unter Stress wären angeblich nicht mehr in der Lage, ausreichend Muttermilch zu produzieren. Die Verteilung von künstlicher Säuglingsnahrung und Milchflaschen durch Spender und Nichtregierungsorganisationen (NRO), die keiner aureichenden Kontrolle unterlagen, an stillende Mütter war ein großes Problem. Die Spender handelten aus emotionalen Impulsen, ohne wissenschaftlichen Hintergrund, und ließen dabei die Gefahren künstlicher Ernährung bei Naturkatastrophen außer Acht. Zudem waren die Massenmedien scharf auf das Thema „Babyernährung“ und riefen die Öffentlichkeit auf, künstliche Nahrung und Flaschen zu spenden. Das Gesundheitsministerium wiederum sah sich der schwierigen Aufgabe gegenüber, sicher zu stellen, dass stillende Mütter weiterhin stillten und nicht zu der nicht sicher dauerhaft durchführbaren und potentiell gefährlichen künstlichen Säuglingsernährung wechselten.“

Und hier finden Sie den kompletten Artikel bei der AFS: HIER

Die La Leche Liga hat auf Ihrer englischsprachigen Seite (bitte hier klicken) eine ganze Anzahl weiterer Links und Hinweise auf denen Sie u. a. ein pdf der WHO finden können zum Thema Stillen in Krisenstituationen. Und noch eine ganze Reiher weiterer Links zum Teil auch zu Broschüren in spanischer und französischer Sprache. Natürlich ist es für Kinder, die ihre Mütter verloren haben absolut essentiell dass diese Kinder gute Nahrung erhalten und da kann auch künstliche Säuglingsnahrung weiterhelfen - ABER die Kinder die ihre Mütter haben und die vor der Katastrophe gestillt wurden - in den Fällen sollten die Mütter ermutigt und unterstützt werden, dass sie dies auch weiterhin tun sollen!
Die Vereinigung der US Kinderärzte hat ebenfalls einen Flyer herausgebracht "Infant Feeding During a Disaster"
Hier ein paar Zitate daraus:
Breastfeeding Facts
1. With appropriate support and guidance, stress does not cause milk to dry up.
2. Malnourished women can breastfeed.
3. Optimal human milk supply is maintained by infant demand.
4. For some mothers and babies, once breastfeeding hasstopped, it may be resumed successfully.
a. Encourage skin-to-skin contact and frequent suckling (every 2 hours).
b. Supply increases gradually over days to weeks and supplementation should decrease accordingly.
c. Careful assessment of the infant’s nutritional and hydration status is critical.
d. A full milk supply is established more rapidly with the younger infant.
e. Mothers need encouragement during this process.


Diese Mail erhielt ich heute:

Dear Leaders,

It has been more than a week since the devastating earthquake in Haiti. The country continues to experience aftershocks and getting safe food and water will be a long-range process. 
 
Haiti is part of LLL Florida and the Caribbean. Leader Ruth Hersey teaches middle school English in Haiti and all of LLL is relieved to hear that she and her family are safe. Prior to the strong aftershock of January 20th, their house was standing and had suffered little damage. Ruth shares that the country is in a terrible situation. Sleep is difficult because every sound causes fear of another quake. She and her family have refugees at their house including three babies and toddlers.
 
You can see her school at www.quisqueya.org. It is going to be a center for relief work. Many of the staff and students have lost family members, many are injured, and  many have lost their houses, their businesses etc. There is a temporary hospital/surgery room in the school chapel and a trauma centre on the basketball court. They hope to be able to have water and food distribution from the campus also. The soccer field is now the temporary living area for some of the staff and national workers, the PreK/K playground is occupied by children from an orphanage in the community. the Pre
 
Ruth has also heard from Mireille Exume, president of CEPAM, the Haitian breastfeeding organization.  Mireille is the only IBCLC Ruth knows of in Haiti. Ruth will send more information on Mirielle's needs as she hears of them.K/K playground is occupied by children an orphanage from our community
Ruth suggests donating to people who are working in Haiti: Doctors Without Borders, World Vision, the Red Cross. You may also choose to give to UNICEF to be sure of a breastfeeding supportive group. The school has set up a PayPal account and that information is on the site. Do not try to send any supplies to her directly as they would probably be confiscated by custom workers. 

Please also refer to the LLLI Website page  with emergency information, including some external links to other organizations (WHO, ILCA, etc) as well as LLL information: http://www.llli.org/emergency.html

For more information on how to help Ruth directly, please contact Robin Stanford of LLL FL and the Caribbean at rstanford@embarqmail.com