Und heute zu den nachwachsenden Rohstoffen die in Windeln verwendet werden:

Es gibt Windeln aus Baumwolle und Hanf, Überhosen aus Wolle.

Erstmal zur Wolle:
Wolle ist atmungsaktiv, wärmend und kühlend (also temperaturausgleichen) und – lachen Sie ruhig – auch für die Seele beruhigend. Gehen Sie mal zu Wollschmiede in Holzweiler und lassen Sie die pflanzengefärbten Wollballen auf sich wirken. Stecken Sie mal tief ihre Nase in neue Wolldecken oder frisch gekurte Wollüberhosen. Das riecht nach Schaf. Schafe begleiten uns Menschen seite Jahrtausenden. Wahrscheinlich ist es schon fast genetisch in unseren Genen verankert, das Wolle beruhigt. Nicht umsonst wird z. B. Filzen in velen Therapien unterstützend eingesetzt.

Andererseits: Wollüberhosen werden nicht von allen Kindern

vertragen. Wolle kommt vom Schaf. Und wie werden diese Schafe gehalten? In

einer biologischen Tierhaltung oder nicht? Erleiden die Schafe das

Mulessing oder nicht? Stehen Schafe nicht auch unter dem

Generalverdacht die Klimabilanz negativ zu verändern?

An pflanzlichen Fasern im Windelbereich gibt es Baumwolle und Hanf:

Baumwolle ist in vielen Windeln zu finden und wird auch sehr oft

vertragen. D. h. die  Kinderhaut verträgt es sehr oft mal für kurze

Zeit nass vom eigenen Urin zu sein.  Baumwollstoffe lassen sich

auskochen, sind weich, lassen sich bleichen und färben und mit anderen

Fasern mischen.

ABER: Baumwolle wird immer noch zum größten Teil konventionell

produziert. Der Anteil der biologisch erzeugten Baumwolle wächste von

Jahr zu Jahr, aber immer noch ist Baumwolle einfach die Pflanze die

weltweit den größten Anteil am Verbrauch von Düngern und Pestiziden

hat. Vom Wasserverbrauch mal ganz zu schweigen. Baumwolle wächst in

warmen Regionen, dort ist zumeist Wasser Mangelware, das wird aber für

Baumwolle dringend benötigt.

Hanf ist eine Alternative die ein Revival in den letzten Jahren erlebt.

Meist werden Hanffasern mit Baumwollfasern gemischt, dadurch wird der

Stoff weicher und anschmiegsamer. Hanf quillt bei Feuchtigkeit auf und

kann die Nässe nur langsam aufnehmen. Der Baumwollanteil sorgt auch für

eine schnellere Aufnahme des Pipis.

Hanf ist relativ unkompliziert im Anbau, benötigt wenig Dünger, kaum

Pestizide. Allerdings sind die meisten Anbauflächen in China – wieder

ein kritisches Thema.

Hanf aus Europa kommt meist aus Rumänien, der gilt als qualitativ

hochwertiger, aber die Anbauflächen sind dort im Grunde genommen noch

zu klein und die entsprechenden Hanfmühlen ebenfalls.

Hanf ist etwas komplizierter in der Pflege: er sollte möglichst nicht

mit Pulverwaschmitteln gewaschen werden, da sich winzigste Teile in den

Hohlfasern festsetzen und aufquellen können. Dadurch wird die Fasern

zerstört, der Hanf wird brüchig, der Stoff geht kaputt  Vielen ist das

nicht bewusst und sie wundern sich,warum der Hanfstoff so hart wird.

Warhscheinlich passiert dies auch in Gegenden mit hartem Wasser.

Hanf ist aufgrund des geringeren Anbauvolumens auch teuerer als Baumwolle.

Baumwolle und Hanf benötigen auch beide meist etwas länger zum trocknen als die Mikrofaserwindeln. Für manche Kunden problematisch, da es bei Ihnen aus dem einen oder anderen Grund gerade in der kalten Jahreszeit Probleme mit dem Wäschtrocknen geben kann.

Sie sehen – auch die nachwachsenden Textilfasern sind nicht unproblematisch. Sowohl in de Pflege als auch in der Herstellung.

Und dann gibt es noch einen Teil, nämlich die Kunstfasern die aus natürlichen Rohstoffen wie Pflanzen oder Eiweiß hergestellt werden. Siehe Teil 3.