Marketing ist alles

Eine gute Verpackung ist doch oft der halbe Erfolg um ein Produkt zu verkaufen.

Da ist z. B. folgendes: ein namhafter amerikanischer Stoffwindelhersteller bringt – mit Hinblick auf die schlechte wirtschaftliche Lage in den USA – ein Windelsystem heraus das auf den ersten Blick ein absolutes Super-Angebot ist. Normalerweise produziert dieses Unternehmen Stoffwindeln im oberen Preissegment und nun hat es zwei Produkte entwickelt die
a), einfach sein sollen, b) einfach nur preisgünstig sind und c) ein Komplettpaket von Geburt bis zum Trockenwerden sein soll.
Dieses „neue“ Windelsystem besteht aus einer mitwachsenden Mikrofaserüberhose plus Systemwindeln (Prefolds, Kalifornische Windeln) aus konventioneller Baumwolle. Das ganze hübsch in einem Karton verpackt.

ABER – jetzt kommt der Punkt:
nehmen Sie eine mitwachsende Überhose eines oder zwei anderer Mitwerber plus Systemwindeln anderer Hersteller – wobei Sie dann sogar zwischen unterschiedlichen Größen wählen können. Bei einem Säugling ist es sogar besser eine kleinere Einlage zu wählen als bei einem Kleinkind. Und dann kommen Sie – je nachdem ob Sie diese Prefolds in bunt oder konventioneller Baumwolle oder Bio-Baumwolle oder Hanf nehmen – entweder PREISGÜNSTIGER oder gleich teuer oder etwas teurer weg (aber dann haben Sie Bio-oder Hanfqualität).
Es gibt dann sogar bunte oder gemusterte Überhosen. Sogar mit zusätzlichem Beinbündchen was diese andere Überhose nicht hat.

Tja – ist halt nicht hübsch im Karton verpackt und muss erstmal individuell durchgerechnet werden.

Marketing ist halt dann (fast) alles.

SB

Bettdecke mit Wollvlies selbstgenäht!

Es ist ja so bitterkalt und meine kleine Tochter hat als einzige von
uns noch keine Wolldecke. Der Wollschlafsack wird zu klein und darum
dachte ich mir – nachdem im Dezember im Naturwindel-Forum eine
Diskussion darüber war – ihr eine Decke zu nähen.
Also habe ich mir 1 kg Wollvlies bestellt und einen alten IKEA Bettbezug genommen.
Und dann ging es los und das habe ich fotografiert:

1) So sieht das Wollvlies bei der Anlieferung aus:

Wollvlies.jpg

2) Den Bettbezug habe ich ausgebreitet und dann an den aufgeschnitten:
Auflegen.jpg

Vorschaubild für Auflegen01.jpg

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3) Jetzt wird die Wolle aufgelegt. Dabei lässt sich das Vlies wirklich
lagenweise abziehen. Ganz leicht anheben und vorsichtig abnehmen. Nicht
mit Gewalt – damit erreicht man bei Wolle das Gegenteil. Mit leichter
Hand. Diejenigen die filzen – die kennen das schon.

Auflegen03.jpg
Auflegen04.jpg

4) Und wenn alles verteilt ist – dann wird die zweite Stofflage darüber geklappt.

Auflegen05.jpg

5) Dann wird erstmal viel geheftet. So verrutscht die Wolle beim Nähen nicht.

Heften.jpg

6) Ich habe mir mal dicke Quiltnadeln von Schmetz besorgt – die waren auch notwendig. Denn die Auflage war sehr dick.

Nadel.jpg

7) Und jetzt wird genäht, ich habe einen normalen Stich genommen
(Gerade) Stichlänge auf das Maximum eingestellt und die Fadenspannung
(oben) etwas gelockert.
die Wolle lässt sich zusammenpressen, so ging das ganz gut.

Naehen.jpg

8). Dann musste ich nochmals was auftrennen, da es einfach VIEL zu schief war (Ohne Foto)

9) Zum Schluß bekamen die Seitennähte noch eine Behandlung Und so ist die Decke fertig!

Fertige_Decke.jpg

ABER: folgendes würde ich beim nächstenmal anders machen:
Das 1 kg Wollvlies auf eine viel größere Fläche verteilen, der Randabstand zum Bettbezug war viel zu groß (ca. 30 cm an den Seiten).
Die Steppung in Rauten ist nicht meine Stärke – enfach Karos müssen genügen.
Und beim nächsten Mal dann vielleicht doch lieber zwei dünnere Decken die miteinander verbunden werden, entweder Bänder oder natürlich SNAPS 🙂

Nachtrag: mittlerweile habe ich noch etwas aufgetrennt, damit wird die Decke lockerer und das nächste Vlies liegt bereit, diesmal habe ich dem Lieferanten aber mitgeteilt, dass ich eine Decke mache. nd so bekam ich das Vlies etwas anders zugeschnitten geliefert.

Die Decke wärmt wunderbar übrigens wunderbar!