Gestern habe ich ja über unser Wollwachs / Wollfett geschrieben, hier jetzt die Anleitung für eine selbstgerührte Wollkur.

Sie nehmen ca. 1/2 Teelöffel Wollwachs (siehe Artikel)
und verrühren dieses mit ca. 1 Tasse kochendem Wasser
und 1 Spritzer Spüli (oder Kinderhaarshampoo)
in einer großen Schüssel.

Jetzt sollte eine milchig weisse Flüssigkeit entstanden sein. Wenn sich das Fett nicht richtig auflöst, dann nochmals einen Tropfen Spüli dazugeben (Hinweis: es gibt wohl ein paar Spülmittel, die sich nicht dafür eignen, ich selber hatte damit nie ein Problem).

Und schließlich mit ca. 2 Liter lauwarmen Wasser auffüllen, so dass die Flüssigkeit gerade noch handwarm ist. Legen Sie die Wollüberhosen ein und lassen sie diese ca. 1 Stunde oder auch länger darin liegen.

Achtung: am Besten trennen Sie die farbigen und die naturfarbenen Überhosen, die Farben können doch immer noch etwas ausbluten.

Und danach können Sie die Wollüber entweder mal kurz ausspülen in klarem Wasser (das habe ich aber selber nie gemacht) oder aber einfach nur sanft ausdrücken und auf einem Handtuch trocknen lassen.
Oder: in der Maschine bei ganz niedriger Schleuderzahl schleudern und dann weiter trocknen lassen.

Wollüberhosen werden so ca. alle 3-4 Wochen „gekurt“. Je nachdem wie die Hosen beansprucht sind auch etwas länger.
Diese Wollkur frischt die Wolle wieder auf, gibt ihr das notwendige Fett wieder damit die Überhose dichter bleibt, Gerüche sich wieder nach dem Auslüften verflüchtigen.

Sie können aber auch jegliche Art von Wollbekleidung damit behandeln, viele legen nach dem Fetten einer Wollüberhose noch Wollwäsche mit in das Wasser. Oder Sie behandeln eine Wolldecke in der Wanne mit einer Wollkur und imprägnieren so diese Decke als Matratzenschutz (Alternative zu den herkömmlichen Auflagen).