Kürzlich habe ich bei einem meiner amerikanischen Windellieferanten Snackbags kennengelernt. Hm, für mich ehrlich gesagt etwas befremdlich, warum ich ein weiches Brot in eine weiche  Hülle stecken soll oder Obst oder Brezeln. Ich denke ja, das zerdrückt doch in der  Schultasche oder Handtasche. Da bin ich ja eher ein Fan von guten Dosen. Natürlich haben diese Snackbags auch Vorteile: sie sind weniger sperrig, leichter und lassen sich vor allem im leeren Zustand wirklich sehr platzsparend verstauen, aber wenn ich denke, welche Dinge sich sonst noch manchmal im Schulranzen befinden und die Brotdose oft ganz unten liegt …..

Ich fand es aber interessant, denn der Windelhersteller ist nicht gerade klein und dann muss es ja einen guten Grund geben, warum diese das in Serie produzieren. Also habe ich mich wieder mal neugierig im Internet umgesehen und tatsächlich – mit den Stichworten –  snackbag sewing oder why snackbag – finden sich jede Menge Diskussionen und Angebote sowie kostenfreien bzw. kostenpflichtigen Anleitungen solcher Snackbags.

Die meisten verwenden außen einen Baumwollstoff und innen einen beschichteten Stoff und PUL-Stoffe sind natürlich sehr beliebt. Selbstverständlich habe ich mir auch gleich mal ein paar Muster meines Lieferanten schicken lassen. Die gibt es in allen möglichen Größen, entweder nur mit der Overlock zusammengenäht (wie hier) oder einfach nur umkettelt und dann werden die Stoffe gefaltet (anscheinend für Sandwiches) oder aber sie werden aufwendiger genäht mit versteckten Nähten.

Hier mal das Bild von zwei der Musterstücke, Größe knappe 20 cm lang und ca. 10 cm hoch:

So, jetzt bin ich also schlauer und immer noch kein Fan, aber für diejenigen die es interessiert habe ich ein paar Fotos gemacht und auch etwas genäht. Das Täschchen ist bei mir aber mit KAM Snaps geschlossen und nicht mit Klett oder Reißverschluß denn mein Mann benötigte eine Hülle für den Mundschutz für sein Training.

Ich habe übrigens bei unseren PUL Stofflieferanten nachgefragt und deren Antwort lautet: ja der verwendete PUL kann unbedenklich für Snackbags verwendet werden, enthält keine Weichmacher, Phtalate oder sonstige Schadstoffe.

Anleitung Snackbag nähen:

Erst ein Stück PUL in der gewünschten Größe zuschneiden und dann die beiden Längsseiten mit der Overlock versäubern. Hinweis: es geht einfacher wenn die Stoffseite oben und die beschichtete Seite unten ist.

Wer die Tasche übrigens mit Klett schließen möchte, sollte jetzt auch noch einmal auf der beschichteten und einmal auf der unbeschichteten Seite einen Klettstreifen annähen (einmal Haken, einmal Flausch).  Ein Teil recht nah am Rand, das andere dann weiter mittig, je nachdem wie weit die Tasche umgeklappt sein soll.

Dann eine versäuberte Seite ca. 2/3 hoch umklappen und die gesamte kurze Seite dann ebenfalls mit der Overlock versäubern (die andere Seite ebenso):

Dann habe ich die KAM Snaps angebracht und damit diese beim Öffnen nicht ausreisen, hab ich unter jeden Cap (Oberteil mit dem spitzen Dorn) jeweils ein Ministückchen PUL Stoff gelegt und somit die Stelle verstärkt. Die Löcher habe ich mit der Ahle vorgebohrt.

Und so sieht das Endergebnis aus:

Die bunten Täschchen haben sich übrigens mittlerweile meine Kinder geschnappt – war klar, oder?

Gute Nacht,

Sabine B.