Saugeinlagen werden ganz oft zusätzlich für die Stoffwindel benötigt. Es gibt ein paar Windeln die selber schon so dick sind oder einen so dicken eingenähten Saugkern haben, das diese ohne weiteren Einlagen genutzt werden können. Vor allem dann wenn das Kind nicht viel pieselt. Aber meist benötigen Ihr zusätzlich zur Windeln noch mehr Saugkraft.

Saugeinlagen gibt es viele.  Grob unterscheiden kann man zwischen

Falteinlagen und geformten Einlagen.

Falteinlagen sind einfach nur größere oder kleinere Tücher die ein oder mehrmals gefaltet werden. Sie können aus einer oder mehreren Lagen Stoff bestehen.

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    Disana Moltoneinlage 40 x 40 cm

Geformte Einlagen sind entweder rechteckig oder oval oder sanduhrförmig oder leicht T-förmig. Wenn sie ganz lang sind, dann können sich nochmal vorne oder in der Mitte eingeschlagen werden.  Sind meist aus mindestens 2 Lagen Stoff zusammengenäht.

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Hanfeinlage von hu-da

 

Es gibt Windeln, die sich sehr gut ebenfalls als Einlagen verwenden lassen:

  • – Mullwindeln
  • – Prefolds / Systemwindeln (vor allem die kleinen Größen)

Es werden mittlerweile viele verschiedene Stoffe verarbeitet, manchmal werden sie auch kombiniert.

Vor- und Nachteile der einzelnen Stoffe:

  • – Baumwolle: meist angenehm auf der Haut, Naturfaser, wird von den meisten vertragen, saugt gut, auch bei hohen Temperaturen waschbar. Der Nachteil liegt oft im Anbau (Pestizide, Herbizide, Dünger, hoher Wasserverbrauch auch im Bio-Anbau).
  • – Viskose aus Bambus: wird auch von vielen vertragen, saugt gut, benötigt wenig Dünger, günstig in der Produktion. Nachteil: Der Herstellungsprozess der Viskose ist nicht nicht sehr umweltfreundlich, oft sind die Stoffe mit einem Kunstfaseranteil vermischt. Bambus darf nicht mit cellulasehaltigen Waschmitteln gewaschen werden und auch mit Gallseife sollte man vorsichtig sein. Sie könnten dadurch den Stoff zerstören.
  • – Hanf: saugt sehr gut, quillt langsam auf. Ist sehr umweltfreundlich im anbau. Lässt sich bei hohen Temperaturen waschen, sollte nach dem Trocknen gut durchgeknetet werden, da der Stoff hart werden kann. Waschmittel ohne Rieselhilfen oder Flüssigwaschmittel sind ratsam. Die Hanfstoffe sind meist eine Mischung mit Baumwolle und/oder Bambusviskose, damit der Stoff weicher ist.
  • – Polyester/Polyamid: Die Einlagen können viel aufsaugen, geben den Urin auf Druck aber schnell wieder ab. Günstig in der Produktion. Nachteil: viele Menschen vertragen keine Mikrofasern, die Stoffen sollten nicht zu oft bei ganz hohen Temperaturen gewaschen werden. Je nach Kombination von Waschmittel, Wasserhärte, Hautfett, Cremeresten kann ein ganz dünner Film auf der Einlage entstehen, der entweder zu stinkenden Einlagen führen kann oder aber auch das die Einlage nicht mehr so gut saugt.

Es gibt noch spezielle Einlagen, die bestimmte andere Aufgaben haben wie z. B.:

  • Trockeneinlagen, Fleeceinlagen, Stay Dry Einlagen: das sind Kunstfaserstoffe, die oft ganz weich verarbeitet sind. Die Stoffe sind recht dünn und dienen dazu, den Urin an darunter liegende saugende Stoffe weiterzuleiten und die Haut trockener zu halten. Es gibt Kinder die das sehr gut vertragen (die kommen dann z. B. mit nasser Baumwolle gar nicht zurecht), es gibt aber auch Kinder diese Einlagen / Oberflächen nicht vertragen. Diese Kinder reagieren dann mit geröteter, wunder Haut darauf.

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    (Bild: TotsBots Fleeceliner)

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  • Seideneinlagen: in vielen Fällen hilft es eine Seideneinlage auf gerötete Haut zu legen. Die unbehandelten Seidenstoffe schaffen es oft die Haut zu beruhigen. Seideneinlagen werden mit der Hand vorsichtigt mit sanftem Waschmittel gewaschen

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    (Bild: Disana Seideneinlagen). 

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  • Wolleinlagen: sind einfach nur Verstärkungen für die Überhose (meist aus Wolle) und werden zwischen Windel und Überhose gelegt. Sie werden dann gefettet (Hinweis:  nicht gefettete Wolleinlagen können direkt an die Haut, halten diese trockener und sind dann eine Alternative zu den Fleeceinlagen).

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    (Bild: 1bis3.de)

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  • – Windelvlieseinlagen: das sind dünne Wegwerfeinlagen die nur den Zweck haben das große Geschäft vom Stoff wegzuhalten. Diese werden komplett entsorgt.

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    (Bild: 1bis3.de)

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    Man kann verschiedene Saugeinlagen miteinander kombinieren, wobei viele die Hanfeinlagen zusätzlich zu einer anderen Einlage verwenden.

    Frotteestoffe – besonders die hochflorigen – haben den Vorteil, das sie den Muttermilchstuhl gut auffangen und dieser dann sich einigermaßen abschütteln lässt.

    Ganz klassisch sind Moltoneinlagen in der Größe 40 x 40 cm (weich aufgebürsteter Baumwollstoff) oder eben geformte Frotteeeinlagen.

    Dicke Einlage trocknen langsamer als dünne – daher wäre zu überlegen ob faltbare Einlagen nicht besser wären.

    Dicke Einlagen lassen sich auch schlechter ausspülen. Wenn sich aber noch Urin und Waschmittelreste darin befinden, dann kann diese zu Hautreizungen führen und/oder zu stinkenden Windeln.

    Verwendet Ihr zu dünne Einlagen, dann müsst Ihr öfter die Windel wechseln. Öfter die Windel wechseln ist nie schlecht, aber in manchen Situation unerwünscht oder unpraktisch. Wenn Ihr das Gefühl habt, die Windeln laufen aus, dann sind diese oder die Einlagen nicht immer gleich „verseift“, oft reicht das Saugmaterial zu diesem Zeitpunkt nicht aus. Vielleicht trinkt das Kind mehr oder es hält länger sein Pipi an und macht dann plötzlich auf einmal so viel Pipi, das die Windel das gar nicht mehr so schnell aufsaugen kann.